Atom-Deals: Deutsches und schwedisches Plutonium wird britisch

MOX-Fertigung in Sellafield, FOTO PA - Sellafield
Heiße Zellen in der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield. Hinter dem Glas wurde Plutionium verarbeitet. Foto: Betreiber

Rund 140 Kilogramm Plutonium einer „deutschen Forschungsorganisation“ gehen in den Besitz von Großbritannien über. Das auch für Atomwaffen taugliche Plutonium dürfte aus Wiederaufarbeitungsverträgen deutscher Forschungszentren mit entsprechenden britischen Anlagen in Sellafield oder Dounreay stammen. Näherer andere dazu macht der Bericht des „nuklearforum.ch“ dazu leider nicht. Ebenso wechseln weitere 800 Kilogramm eines „nicht näher benannten schwedischen Stromerversorgers“ den Besitzer. In Frage kommen dabei u.a. die Atomkonzerne Vattenfall oder E.on, die eine Großteiler der schwedischen Atomkraftwerke betreiben.

Das „nuklearforum.ch“ teilt dazu insgesamt mit: „Die britische Nuclear Decommissioning Authority (NDA) darf zwei weitere Plutoniumtauschgeschäfte mit ausländischen Wiederaufarbeitungskunden tätigen. Dies hat die Regierung Grossbritanniens Anfang Juli 2014 genehmigt.

Im Auftrag des Department of Energy and Climate Change (DECC) übernimmt die NDA in Tauschgeschäften rund 800 kg Plutonium eines nicht näher benannten schwedischen Stromversorgers und rund 140 kg Plutonium einer deutschen Forschungsorganisation.
Laut DECC werden diese Transaktionen kein neues Plutonium nach Grossbritannien bringen und die Plutoniumbesitzstände des Landes nicht vergrössern, denn es geht im Wesentlichen um einen Eigentümertausch ziviler Plutoniumvorräte, die bereits in Grossbritannien eingelagert sind. Somit sei eine physische Verschiebung des Materials nicht notwendig und Grossbritannien erhalte bessere Kontrolle über diese Bestände im eigenen Land. Die finanziellen Vorteile der Übernahme seien ausreichend, um die geschätzten langfristigen Kosten für die Handhabung des Plutoniums in Grossbritannien auszugleichen.“

Dirk Seifert

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