Verrückte Stromwelt in Süddeutschland – Nicht Gas- sondern Atomkraftwerke stilllegen!

E.on, Deutschlands größter Stromproduzent,  klagt über verlustbringende Kraftwerksüberkapazitäten und will mehrere Gaskraftwerke vom Netz nehmen, seine Atommeiler aber weiter laufen lassen. Raimund Kamm vom FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. teilt in einer PM dazu mit:
Einzelne E.on-Gaskraftwerke haben es in diesem Jahr auf noch keine fünf Betriebstage gebracht.  „Um der Öffentlichkeit die miserable Auslastung seiner Kraftwerke zu verschleiern, hat E.on am Nachmittag des 21. November alle bisher auf seiner Transparenzseite stehenden Produktionsdaten seiner Kraftwerke gelöscht und dies als „Relaunch“ bezeichnet.“
Zugleich plant E.on mehrere Gaskraftwerke wenigstens so lange stillzulegen, bis durchs Abschalten von Atomkraftwerken wieder Bedarf für Kraftwerke besteht. So will der Stromkonzern 1,5 bis 2,7 Gigawatt Kraftwerkskapazität aus dem Markt nehmen. Deutschlands größtes und gefährlichstes Atomkraftwerk, das AKW Gundremmingen, hat 2,6 Gigawatt.
Nicht verrückt sondern verantwortungsbewusst handeln
Tag für Tag bedrohen auch süddeutsche AKW nach einem Großunfall oder einem Anschlag hunderttausende Menschen. Ganze Landkreise können unbewohnbar werden. Und Tag für Tag wird tödlich strahlender Atommüll erzeugt, für den es keine Entsorgung gibt.
Wer verantwortungsbewusst ist, legt diese Atomkraftwerke schnellstmöglich still. Die gefährlichsten zuerst. Zugleich müssen wir endlich Windkraftanlagen auch in den Nachzüglerländern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen bauen. So viele, wie Rheinland-Pfalz heute schon hat: Im Schnitt eine Anlage je 16 Quadratkilometer. Und wir müssen den Solarausbau fortsetzen und die erforderlichen Netzanpassungen endlich machen. Auch modernes Lastmanagement kann und muss den Stromverbrauch optimieren. Wir brauchen dann immer noch flexible Gaskraftwerke, die zu wind- und lichtschwachen Zeiten Strom produzieren. Diese sollen ruhig ein paar Cent je Kilowattstunde mehr verdienen. Das holen wir durch weitere Preissenkungen beim Solar- und Windstrom wieder rein. Und wir ersparen uns und unseren Nachkommen gewaltige Folgekosten für die Atommüll-Lagerung und eventuelle Unfälle.
Wenn endlich der Gesetzgeber, von den AKW-Betreibern eine risikogerechte Haftpflichtversicherung verlangte, wären die alternativen Kraftwerke sofort wettbewerbsfähig.
Stilllegungspläne der E.on AG
Irsching 3 an der Donau, (1974): 415 MW
Staudinger 4 am Main , (1977): 622 MW
Irsching 5 an der Donau, (2010): 846 MW
Summe: 1.883 MW
Seit langem wird die Stilllegung von zwei weiteren E.on-Gaskraftwerken diskutiert:
Franken 1 bei Nürnberg, (1973):  383 MW
Franken 2 bei Nürnberg, (1976): 440 MW
Summe: 823 MW
Insgesamt: 2.706 MW
Raimund Kamm  (Vorstand),  FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager  und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.,  Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm,  www.atommuell-lager.de

Dirk Seifert

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