Atomtransporte Hamburg: Immer mehr Uranerzkonzentrat! Und falsche Senats-Angaben?

Uranerz in Containern im Hamburger Hafen: Warten, bis es weiter geht.
Uranerz in Containern im Hamburger Hafen: Warten, bis es weiter geht.

Die 18 Container mit Uranerzkonzentrat vermutlich aus Kasachstan, die mit der Sheksna vor ein paar Tagen in Hamburg am Südwest-Terminal angekommen sind, sind immer noch nicht abtransportiert. Inzwischen ist ein weiteres Schiff – die „Green Mountain“ –  am Terminal eingetroffen, mit weiteren Containern mit dem radioaktiven Yellow Cake. Herkunft in diesem Fall sind die Uranminen in Namibia. Auch dieser Transport scheint von der Wasserschutzpolizei kontrolliert worden zu sein. Mit einem heutigen Abtransport wird nicht gerechnet.

Auf der Internetseite des Anti-Atom-Camps, das zur Zeit am Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel stattfindet, heißt es: „Das Schiff “Green Mountain” legte aus Namibia kommend kurz vor Mitternacht am Süd-West-Terminal an und entlud die Nacht über Container, darunter auch 14 blaue MACS-Container mit radioaktiv-Kennzeichnung, bei denen es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Uranerzkonzentrat handelt.“

Außerdem machten AtomkraftgegnerInnen gestern im Hamburger Hafen eine weitere Entdeckung. Dort standen vier weitere Container mit Radioaktivitäts-Zeichen. Diese Container könnten noch von einem vorhergehenden Atomtransport mit der Sheksna stammen. Die Wasserschutzpolizei hatte vor rund drei Wochen vier Container wegen Mängeln am Weitertransport gehindert und erst nach Überprüfungen durch das Amt für Arbeitsschutz freigegeben. Der Senat hatte in der Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Linken in der Bürgerschaft mitgeteilt: „Vor diesem Hintergrund wurden die vier Container von der BGV am gleichen Tage zum Weitertransport freigegeben. Sie wurden mit der Bahn zu dem nächstmöglichen Termin abtransportiert. Für die zwischenzeitige Lagerung auf dem Süd-West-Terminal liegt eine Genehmigung gemäß § 7 Strahlenschutzverordnung vor.“ (Drucksache 20/12462).

Nun stellt sich die Frage, ob der Senat hier falsch informiert hat und die entsprechenden Container seit mehreren Wochen immer noch auf dem Terminal geladert wurden – oder es sich um andere Behälter mit radioaktivem Material handelt.
Klar aber ist: Derzeit befinden sich offenbar insgesamt 36 Container mit Uranerzkonzentrat auf dem Südwest-Terminal, die auf einen Weitertransport vom Hafen über Maschen und dann weiter über Niedersachsen, NRW und Rheinland-Pfalz nach Frankreich warten.

Hier die PM der Anti-Atom-Initiativen im vollen Wortlaut als Dokumentation:
Pressemitteilung: Hamburger Senat lügt bezüglich Atomtransporten im Hafen
Im Süd-West-Terminal des Hamburger Hafens wird regelmäßig radioaktive Fracht
umgeschlagen. Auf Grund eines aktuellen Atomtransportes wurden
Atomkraftgegner*innen erneut aufmerksam auf die Firma C.Steinweg. Sie
entdeckten unter anderem Container mit Uranerzkonzentrat, die nach Angaben des
Hamburger Senats bereits abtransportiert wurden.
Am Montag, den 14.7. wurde ein Transport von Uranerzkonzentrat aus Kasachstan
zur Weiterverarbeitung im französischen Narbonne in Hamburg umgeladen. Mehrere
Container wurden von der Wasserschutzpolizei beanstandet, vier wurden mit
einem Transportverbot belegt, da ihre Zulassung für Gefahrguttransporte (CSC-
Plakette) abgelaufen war. Auf Nachfrage führte der Hamburger Senat aus, dass
sie noch am gleichen Tag geprüft und freigegeben wurden und schrieb „Sie
wurden mit der Bahn zu dem nächstmöglichen Termin abtransportiert.“
(Drucksache der Hamburger Bürgerschaft 20/12462 vom 30.7.2014)
Am frühen Mittwoch morgen legte die „Sheksna“ nach tagelangen Verzögerungen
auf See erneut am Süd-West-Terminal an. Sie fuhr auf Grund des Anti-Atom-Camps
am Nord-Ostsee-Kanal den langen Umweg um Dänemark herum. Es wurde beobachtet,
dass 18 Container mit der UN-Nummer 2912 (gültig für Uranerzkonzentrat)
entladen wurden. In diesem Zuge wurden auch die alten Container wieder auf dem
Gelände der Firma C.Steinweg entdeckt. Offensichtlich wurden sie also nicht
weiter transportiert, sondern lagern seit einem Monat im Hamburger Hafen.
„Uranerzkonzentrat ist der Ausgangsstoff, aus dem nach den
Zwischenverarbeitungsschritten der Konversion und der Anreicherung schließlich
die für den Betrieb von Atomkraftwerken benötigten Brennelemente hergestellt
werden. Dies nehmen wir zum Anlass unsere Forderung nach der sofortigen
Stilllegung aller Atomanlagen weltweit zu bekräftigen. Der Hamburger Hafen
muss für Atomtransporte entwidmet werden und die Transporte unter anderem
durch den Nord-Ostsee-Kanal müssen gestoppt werden.“ so eine Teilnehmerin des
Anti-Atom-Camps.
Kontakt zum Anti-Atom-Camp: 01578 7165693
Mehr Informationen und Bilder:
https://antiatomcamp.nirgendwo.info/2014/08/13/uranerzkonzentrat-im-hamburger-
hafen/

Dirk Seifert

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