Erfolg: Ab dem 13.12. gilt die Kennzeichnungspflicht für Palmöl in Lebensmitteln
Egal ob Kekse, Schokoaufstrich, Kerzen oder Kosmetika – das billige Palmöl befindet sich mittlerweile in rund 50 Prozent aller Supermarktartikel. Nun darf Palmöl zumindest in Lebensmitteln nicht mehr hinter der allgemeinen Bezeichnung ‚pflanzliche Fette’ oder ‚Öle’ versteckt werden, sondern muss namentlich auf der Verpackung genannt werden. Das ist ein wichtiger Teilerfolg, denn lange hatten die Verbraucher/innen keine Möglichkeit Palmöl-Produkte beim Einkauf zu erkennen und zu meiden.
Am 13.12.2014 endet die Übergangsfrist der bereits 2011 beschlossenen EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (Nr. 1169/2011). Die Lebensmittel-Informationsverordnung regelt in der EU die Kennzeichnung von Lebensmitteln. Die alleinige Angabe der Klassenbezeichnungen wie „pflanzliches Öl“ und „pflanzliches Fett“ ist nun nicht mehr ausreichend. Unmittelbar nach der Klassenbezeichnung muss die spezielle pflanzliche Herkunft, also beispielsweise „Rapsöl“, „Palmöl“ oder „Sojaöl“ in der Zutatenliste angegeben werden.
Noch nimmt die Nachfrage nach Palmöl immer weiter zu. In den letzten 30 Jahren hat sich die Anbaufläche verzehnfacht. In Indonesien und Malaysia, den Hauptproduzenten von Palmöl, ist der Ölpalmanbau ein Hauptgrund für die Zerstörung des Regenwaldes und die gewaltsame Vertreibung der dort lebenden Menschen. In den letzten Jahren sind aber auch in Afrika und Lateinamerika riesige Palmöl-Plantagen entstanden. So ist zum Beispiel der weltweit größte Palmölkonzern Wilmar an einem großen Palmölprojekt in Uganda beteiligt.
Viele Hersteller weisen darauf hin, dass sie nur Palmöl mit RSPO-Siegel verwenden und versuchen so ihren Palmölprodukten eine weiße Weste zu verpassen. Der RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) ist eine im Jahre 2004 gegründete Zertifizierungsinitiative, die nach eigenen Angaben die Förderung des nachhaltigen Palmölanbaus als Ziel hat. Die Nachhaltigkeitsstandards sind jedoch viel zu lasch und werden in der Praxis kaum umgesetzt. Der RSPO verleiht de facto lediglich ein grünes Deckmäntelchen, um das schlechte Image des Palmöls aufzubessern. Besser wird das Palmöl dadurch nicht.